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Reise Phantastisch

Reise Phantastisch 1; Martin Welzel, 2022; 40 x 30 cm; Aquarell, Farbstifte auf Aquarellpapier
Reise Phantastisch 1; Martin Welzel, 2022; 40 x 30 cm; Aquarell, Farbstifte auf Aquarellpapier

 

Es ist für mich zu einer lieben Gewohnheit geworden, einige Tage im Herbst in einer abgelegenen Region des Nördlichen Waldes zu verbringen. Wie der interessierte Leser meines „Logbuches des Phantastonauten“ inzwischen weiß, bin ich als praktizierender Phantast selbstverständlich nicht zur Erholung dort, sondern verfolge meine Studien und Forschungsprojekte.

Insbesondere die Dokumentation der regionalen phantastischen Waldbewohner, die ich von der Terrasse meiner Unterkunft ungestört beobachten kann. So gelangen mir auch in diesem Jahr einige naturgetreue Zeichnungen der Bewohner der Feenwelt und ihrer Wohnstätten, die sich in direkter Nachbarschaft befinden.

 

 

Eine Besonderheit in diesem Jahr war die Art meiner Fortbewegung. Die Anreise erfolgte mit meinem Fahrrad, genannt „das Bike“, d.h. mittels einer rein mechanischen Methode. Was dem normalen Zeitgenossen angesichts der zu überwindenden Entfernung von annähernd 90 Kilometern zunächst als absurde Zeitverschwendung und unbequeme Zumutung erscheint, ergibt für den Phantasten ein stimmiges Gesamtbild: Endlich konnte ich den wirklichen Verlauf der Reise mit allen Sinnen „erfahren“. Anstatt am Punkt A in die Blechkiste ein- und dann nach möglichst kurzer Zeit an Punkt B wieder auszusteigen.

 

Ich hatte mit einem Mal das Gefühl, die Reise wirklich selbst gemacht zu haben. Auch unterwegs wirklich da zu sein, d.h. im Hier und Jetzt.

 

Aber vor allem die von mir untersuchten Forschungsobjekte schienen von dieser Art des Reisens mehr angesprochen zu werden. Die Abwesenheit von störenden Motorengeräuschen und unangenehmen Abgasen hatte offenbar eine wohltuende und anziehende Wirkung auf die übernatürlichen Bewohner der von mir durchquerten Landstriche. Sie gaben sich ungewohnt zugänglich, fast schon freundlich. Das Gefühl latenter Gefahr war bei der diesjährigen Exkursion deutlich schwächer spürbar als bei vielen anderen Gelegenheiten. Was mich zu der Annahme führt, dass das Reisen mit meinem Bike das wahre phantastische Reisen sein muss. Angefügt findet ihr einige Skizzen zur Dokumentation. Viel Spaß beim Schauen und Staunen.

 

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